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Gründe für Aberglaube



Die abergläubischen Weltbilder unterscheiden sich, anders als bei den Religionen, von Region zu Region. Dennoch werden sie durch die Medien immer mehr miteinander vermischt. Bei den Religionen bleiben unterschiedliche Sichtweisen und Einstellung unterschiedlich. Zwischen konkurrierenden Formen des Aberglaubens entsteht dadurch aber noch lange keine größere Toleranz. In der Christianisierung des ursprünglichen Glaubens ist hier meist der Grund für das fehlende Grundgerüst des Aberglaubens zu finden. Der Unterbau dieser damaligen Sitten und Bräuche ging dadurch verloren und es blieben nur Rituale wie das Silversterschießen oder Rituale bei Beerdigungen erhalten. Diese versteckten sich als katholisch gebilligter Heiligenglauben.

Noch heutzutage liefert der Aberglaube aufgrund seiner Einbettung viele Hinweise auf dem Wissen alter Kulturen, die den sozialen und kulturellen Bereich betreffen und ist somit das Objekt vieler Forschungsarbeiten. Der Glaube wird dann zum Aberglauben, wenn er mit der sozialen und kulturellen Entwicklung nicht mehr mithalten kann. Man könnte auch sagen, dass eine Theorie erst dann zum Aberglauben wird, wenn Sie mit der Entwicklung unseres Wissenstandes nicht mehr mithalten kann. Viele Denkweisen, die heute als Aberglauben gesehen wurden, waren damals aktuell und anerkannt.

Psychologisch gesehen ist der Aberglaube eng verwandt mit dem Thema magisches Denken und der selbsterfüllende Prophezeiung. Auch mit dem Glauben an das todsichere System beim Glücksspiel und dem Mythos der eigenen Unverletzbarkeit hat dies etwas zu tun. Ebenfalls entwicklungspsychologisch relevant sind magische Praktiken und Aberglaube, weil Kinder, wenn Sie in der Phase der kindlich kognitiven Geisteshaltung sich einem magisch-abergläubischen Weltbild zuwenden.

Rituale und Bräuche, die oft eine Form von überlieferten, zur Gewohnheit gewordenen sozialen Handlungen geworden sind, die damals einen Sinn ergaben, aber später zu sinnentleerten Ritualen wurden. Abergläubische Vorstellungen sind in manchen sozialen Umfeldern weiter verbreitet als in anderen. Aberglaube ist also eine soziale Funktion. Berufsgruppen, die sehr vom äußeren Umstand abhängen, ist Aberglaube weit verbreitet. Zum Beispiel bei Seeleuten, Bauern, darstellenden Berufen und Soldaten im Krieg. Der Aberglaube schafft hier also eine psychologische Funktion, um Sicherheit beim Abergläubigen zu gewährleisten. In Bereichen, in denen die Lebenschancen geringer sind, äußert sich der Aberglaube besonders und ist dadurch auch an die Verhaltenformen der Menschen angepasst. Manche erfinden auch einfach ihren Aberglauben, in dem sie einen bestimmten Gegenstand mit einer Erfolgssituation verknüpfen und die zufällig positiven Begleiterscheinungen als Glückserlebnisse für sich selbst vermerken. In der nächsten Situation, in der sie dann Glück gebrauchen können, wird dieser Gegenstand wieder angewandt.